Hand aufs Herz – Bin ich ein Backpacker?!

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Ich habe nun knapp 5 Wochen auf einer Pferde Farm gelebt, 8 Tage davon in Bambushütten der Bergvölker genächtigt , einmal im Zelt und mir den Rest der Zeit mit meiner lieben Thailand Freundin Marie ein Zimmer und Bett geteilt.
Meinen großen, schweren Rucksack musste ich in dieser Zeit nicht ein einziges Mal von A nach B bewegen. Welch ein Luxus!
Doch das stelle ich erst fest, als ich die darauf folgenden 2,5 Wochen mit meinem Freund durch die Gegend backpacke. Ich sage euch, so ein Rucksack kann auf Dauer echt verdammt schwer werden! Außerdem bleibt man ständig hängen oder hat Angst er könnte vom Taxi-Dach fallen (bei den Kurven!).

Als wir nun unsere letzten Tage der Reise auf der Insel Koh Chang entspannt ausklingen lassen wollen, wird unsere Ausdauer und Beinmuskulatur nochmal anständig gefordert. Wir finden zwar eine schöne Unterkunft, aber leider stinkt unser Bungalow so dermaßen nach Muff und alten Socken, dass ich die Nächte nicht schlafen und meine Kleidung vor Mief nicht mehr tragen kann. Da nützt mir der Baumhausausblick auch nicht mehr viel, wenn ich vor Müdigkeit nicht mehr hoch komme.
Eine neue Unterkunft muss her! Wir lesen uns Stunden durch tripadvisor und zahlreiche Travel Blogs um ein schönes Zimmer oder einen niedlichen Bungalow zu finden. Dann laufen wir die halbe Insel hoch und runter um uns ein eigenes Bild zu machen. (mit 16 und 20 kg auf dem Rücken + Kameraequipment + Bananen)
“ Ach nee. Zu teuer. Zu groß. Zu klein. Halt. Zu laut. Zu leise. Zu deutsch. Zu weit weg. Zu nah dran. Lass uns nochmal zurück….“

„Ich habe keine Lust mehr!“

Ich habe keine Lust mehr! Der Rucksack wird mit jedem Schritt schwerer, der Schweiß läuft wie aus Eimern und mein Smoothie wurde schon wieder mit 3 Esslöffel Zucker vergewaltigt! Zweifel ich etwa bereits nach 2 Wochen an meiner Backpacker-Tauglichkeit?! Mit einem quengelndem Mann an meiner Seite, der seine genauen ungenauen Vorstellungen einer Unterkunft nicht klar definieren kann, mir die Entscheidungsgewalt mal wieder in die Schuhe schiebt und die Situation dadurch nicht gerade einfacher macht… JA!

Ist man eigentlich automatisch „Backpacker“ sobald man einen großen Trekking-Rucksack durch die Gegend chauffiert?
Muss man eigentlich immer die günstigste Unterkunft buchen?! Und muss es eigentlich immer das angesagteste Hostel sein?!

„MUSS ich eigentlich irgendwas?!“

Nöö, ich MUSS gar nichts! Ich muss und ich will vorallem niemand sein. Ganz egal ob Backpacker, Flashpacker oder Poshpacker… Ich habe keine Lust jedes Mal meine Sachen aus der hintersten Rucksackecke zu kramen und ich finde es schön auch mal länger an einem Ort zu bleiben. Ich lebe gerne unter Locals, in unserem VW Bus oder gönne mir hin und wieder mal eine komfortable Unterkunft. Ich muss auch definitiv nicht JEDEN Hotspot eines Ortes besucht haben und finde es wunderschön mich vor Ort treiben und inspirieren zu lassen!

Ich liebe einfach die Abwechslung! Sei es beim Sport, bei der Ernährung oder beim Reisen. Jedes Land, jeder Ort und jede Reise ist so individuell, dass ich mich gar nicht auf einen „Reisetyp“ festlegen will. Ich lass mich so gern überraschen und liebe es Dinge zum ersten Mal zu erleben, ganz unabhängig davon WIE ich reise.

Also ihr Lieben, lasst euch nicht beirren von „Reiselabels“ ! Macht was euch glücklich macht und genießt jeden Moment!
Wenn ihr den Kontakt zu Locals sucht und die Kultur aus erster Hand kennenlernen möchtet, empfehle ich die Plattformen WOOF oder Workaway

Wenn ihr eine Mischung aus Aktivität und Entspannung sucht, haltet mal Ausschau nach Yoga Retreats oder Surf Reisen.
Zum Beispiel im Chez Zen bei der reizenden Isabel oder bei einem Reiseziel von Driftwood Traveling.

Ich war mit Sicherheit nicht zum letzten Mal mit Rucksack auf Reisen. Aber das nächste Mal ist mein Backpack sicherlich nur noch halb so groß ; ) In welcher wundervollen Unterkunft wir nach unseren Strapazen gelandet sind, erfahrt ihr im nächsten Post. Die vielen Schritte haben sich auf alle Fälle gelohnt!

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4 comments

  • Hey Mady.
    Toller Bericht!

    Jessi und ich sind auch sehr gespannt, wie wir unsere Backpacking Weltreise erleben werden, wie wir uns im einzelnen und als Paar verändern, auf Erfahrungen reagieren und allein schon wie es sein wird, zu zweit die Welt zu bereisen, wenn alle geliebten Menschen zurück bleiben oder man den ein oder anderen Menschen auch für immer verabschieden muss.

    Ich denke es wird aber wie schon in unseren Urlauben in Thailand und Co sein, dass man sich immer weiter entwickelt – nur diesmal bestimmt im „großen Stil“.

    Liebe Grüße und vielleicht trifft man sich ja demnächst mal irgendwo auf dieser Welt!?

    Viele liebe Grüße,
    Daniel

  • Iman 9. September 2015   Reply →

    Awesome pictures!!!!

  • Weltenbummler4u 7. Februar 2017   Reply →

    Tolle Bilder und toller Bericht!!!

    Meine Freundin und ich sind jetzt auch schon 3,5 Monate unterwegs und wir können es dir nachfühlen. Letzten Endes geht es doch bei so einer Reise darum sich selbst zu finden und das zu machen was Spaßt macht…

    Viele Grüße von den Weltenbummlern
    Andre und Nadine

  • Franz Bujor 25. September 2017   Reply →

    Hallo Mady,

    Danke für den schönen Bericht, die tollen Bilder und vor allem die großartigen Yoga-Lektionen auf deinem You-Tube-Kanal.
    Wir befinden uns nun schon seit drei Jahren auf Reisen und wollen einmal zu Fuß um die Welt gehen. Die Frage nach dem Dasein als Backpacker haben wir uns dabei auch sehr intensiv gestellt und wir sind zu einem ähnlichen Schluss gekommen: Nö, das ist mal eher nix für uns!
    Wir haben unser Gepäck daher in kleinen Wagen verstaut und reisen nun ein bisschen wie Esel um die Welt. Das ist deutlich angenehmer und bietet die Möglichkeit, alles mitzunehmen, was man für gutes Essen, bequemen Schlaf und ein entspanntes Leben braucht.
    Vor einigen Wochen habe ich begonnen, mir einen Poliphasischen Schlafrhythmus anzutrainieren, also nicht mehr 8 Stunden am Stück sondern mehrmals über den tag verteilt für 10 bis 20 Minuten zu schlafen, ähnlich wie wir es als kleine Kinder gewohnt waren. Seither ist dein Yoga-Training zu einem festen Programm in meinen nächtlichen Wachphasen geworden und vor allem in der Umstellungsphase hat es mich sehr oft davor bewahrt, einfach wieder wegzunicken. :-)

    Vielen Dank dafür uns alles Liebe
    Franz von den Lebensabenteurern

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