LSD – Long, Slow & Deep mit Bryan Kest

Spontan ist es mir doch noch möglich auch den zweiten Workshop von Bryan Kest in Berlin zu besuchen. Da ich gern unvoreingenommen und neugierig neuen Sachen begegne (ich liiieeebe Überaschungen :-) ), informiere ich mich nicht weiter über den Ablauf des heutigen Abends. Es wird extrem – soviel kann ich dem Namen LSD zumindest schonmal abgewinnen.

Pünktlich begrüßt Bryan wieder alle Yogis auf ihren Matten. Der Raum ist mindestens genauso gut gefüllt wie gestern.
Er verspricht, dass nun die härteste Yogaklasse unseres Lebens folgen wird und das wir höchstwahrscheinlich ziemlich „stoned“ diesen Raum nach den nächsten 3h verlassen werden. Ohne weit auszuholen (wie gestern) geht es sofort, in der Haltung des Kindes, los. Bryan bereitet uns mental auf eine sehr extreme und besondere Yogapraxis vor, denn wir werden jede Asana genau 3 Minuten halten. Jede Ein- und Ausatmung soll dabei mindestens (!) 7 Sekunden andauern. Es sind keine Asanas, die viel Kraft oder Balance erfordern, vielmehr geht es um den Genuß von tiefer Dehnung und ums Loslassen. In einer Gesellschaft, die von Stress, Zeitdruck und Hektik dominiert wird,  möchte er mit dieser Intention einen Gegenpool und ein Bewusstsein fürs Wesentliche schaffen.

Die gesamten 3 Stunden verbringen wir sitzend oder liegend auf der Matte. Ich genieße das lange Verweilen in den Asanas und bleibe konzentriert am Atem um einen klaren Geist zu bewahren.
Und wieder spielt Bryan Kest unsere Grenzen aus. Weniger die physischen (so wie in der gestrigen poweryoga-masterclass), dieses Mal ist es eher ein emotionaler, meditativer Prozess, den er in Gange setzt!

Und aufeinmal sind wir schon bei der letzten Übung vor Savasana, dem deepstretch.
Der Raum verneigt sich für 10 ganze Minute in Paschimottanasana, die sitzende Vorbeuge. Für mich, und sicher viele andere, ist das die größte Herausforderung des heutigen Abends. Es fühlt sich ungefähr so an, wie die allererste Meditation des Teacher Trainings. Gefangen im eigenen Körper – und es gibt kein zurück! Auch einschlafende Beine oder juckende Schulterblätter sind leider kein Rückfahrschein.
Umso schlimmer es sich anfühlt, umso schöner wird das Release, verspricht Bryan.
Und dann – Endlich! Gaaanz langsam heben wir unseren Oberkörper und verleihen dem Begriff „nachspüren“ eine völlig neue Bedeutung…

Würde ich nun Bryan Kest empfehlen?!
JA, würde ich :-)
Auch wenn einige seiner Jokes teilweise etwas grenzwertig waren, ist er mir dennoch super sympathisch. Ich empfand ihn in beiden Workshops authentisch und keineswegs aufgesetzt.
Außerdem hat er mir sein Shirt geschenkt. WHAT?! Ja, er hat mir sein „Namaste MOFO“ Shirt geschenkt, auf das ich ihn gestern ansprach. Einige mögen das nun ekelhaft oder aufreißerisch finden, ich finds witzig. Schon immer sehnte ich mich danach, eines dieser Punker-Mädels zu sein, dass das Plektrum des Gitarristen oder die Sticks vom Drummer fängt… heute bin ich Yoga-Mädchen und fange das verschwitze Shirt meines Yogainstructors.

In diesem Sinne, danke fürs Shirt und die krasse Ellenbogenaction in der Schulterdehnung, Bryan.
Hat Spaß gemacht und bis im nächsten Jahr.

Namasté
Eure Mady

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One comment

  • Winnie 1. Juni 2014   Reply →

    Meine liebe Mady ,heute endlich habe ich mir die Zeit genommen deinen Blog zu lesen und ob es Babette wollte oder nicht,ich habe es alles laut vorgelesen und die Bilder gezeigt.Wir haben es sehr genossen und uns gut unterhalten gefühlt.Die Art wie du schreibst ist trotz der vielen Informationen sehr lustig und lädt zum weiterlesen ein.Danke !Wir freuen uns schon auf die nächsten Einträge.Bis dahin sei ganz lieb gegrüßt und gedrückt !

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