Namaste MOFO – Bryan Kest im Spirit Yoga Berlin

Yogaguru und Begründer des Power Yoga, Bryan Kest, ist zu Besuch in Berlin um an den kommenden 2 Abenden jeweils 3 Stunden im Spirit Yoga West zu unterrichten.

Um ehrlich zu sein, war mir Bryan nur als „Typ mit dem weißen großen Hund“ als Foto von der Spirit Yoga Webseite bekannt. Als bekennender Hundeliebhaber  hatte er mich damit sofort und ich wollte direkt wissen wer sich dahinter verbirgt. So leicht lasse ich mich also manipulieren… ja : )

Pünktlich um 17.30 Uhr legt Bryan Kest los und begrüßt mit amerikanischer Lässigkeit alle ca 60 Yogis im Raum. Die erste Stunde erzählt er aus freien Stücken, spricht über die Bezeichnung „poweryoga“, die er mittlerweile als eher unangebracht empfindet und über seine Definition des Yoga. Gleich zu Beginn betont er, dass Yoga im traditionellen Sinne rein gar nichts mit physischer Arbeit zu tun hatte und er auf seiner ersten Indienreise vergeblich nach Sonnengrüßen und Kobras suchte.

„Yoga is not about being skinny, being flexible, being young and loosen your harmstrings“

Auch wenn sich das heutige westliche Yoga wesentlich mehr auf die Asanas beschränkt, es geht hier nicht um die perfekte Ausführung oder darum den Kopf zwischen die Knie zu bekommen. Vielmehr wollen wir unser Bewusstsein für Körper und Geist in diesen Haltungen schulen. Unsere Yogapraxis so gestalten, dass ständige Gedanken und mentale Gewohnheiten  (sich mit anderen vergleichen, über andere urteilen, Fehler suchen, Stress, Wut usw…) hier keinen Platz mehr finden!

Das Ziel im Yoga ist es dieses Gedankenwirrwarr ein Stück weit zu kontrollieren und achtsamer zu sein. Uns bewusst machen was wir denken, was wir tun und wie wir handeln.

„85% of the stuff if your head is complete shit. And I didn’t say that, Harvard did.“

Genau mit diesem Bewusstsein sollen wir uns nun in die nächsten 2 Stunden Yogapraxis begeben. Krümmel auf der Matte und Fussel am Zeh haben unterste Priorität und auch was sich neben, vor und hinter unserer Matte abspielt, ist absolut egal!

Den eigenen Ehrgeiz zurückschrauben und eigene Grenzen erkennen ist an dieser Stelle um ein vielfaches wichtiger. Und das Wichtigste: ATMEN!

„Proper form does not keep you safe. Gentleness keeps you safe.“ 

Die Yogapraxis ist technisch nicht schwierig und sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet. Dennoch schafft es Bryan Kest durch seine Intensität jeden an seine Grenzen zu führen. Der Schweiß tropft oder strömt wasserfallartig, je nach persönlicher Konstitution, aus allen Poren. Da versagt sogar meine sonst so rutschfeste Jadematte und ich verliere jedes Mal den Grip im herabschauenden Hund.

Ja, ich fühle mich etwas an die alten Bikram Zeiten erinnert, nur viel viel besser :-)

Bryan führt die Stunde über eine langsame Meditation zum Ende.
Er fordert uns auf die Menschen in unserem Leben zu visualisieren, denen wir besonders dankbar sind und spricht über Selbstliebe und Akzeptanz. Ehe ich mich versehe, kullert die ein oder andere Träne erschrocken über mein ohnehin schon nasses, verschwitztes Gesicht.
Ich wundere mich kurz über mich selbst, lasse es dann aber einfach passieren…

Das waren 3,5h mit Bryan Kest.

Savasana.

 

 

 
photo credits by bryan kest

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